Läppkorn Basiswissen

Welche Kornarten gibt es?

Die gängigsten Kornarten für das Planläppen sind:

  • Siliziumcarbid

  • Aluminiumoxid / Edelkorund

  • Diamant

  • Borcarbid

Woran erkenne ich hochwertiges Läppkorn?

Korngrößenverteilung: Hochwertiges Korn besitzt eine enge und reproduzierbare Verteilung. Besonders kritisch ist Überkorn, weil einzelne zu große Partikel tiefe Riefen verursachen können. Ein hoher Anteil unterhalb der Wunschpartikelgröße führt zu mangelhafter Abtragsleistung. Eine reine Angabe wie „F600“ oder „3-6 µm“ sagt deshalb weniger aus als die tatsächliche Verteilung.

Kornform: Die Körner sollten möglichst gleichmäßig geformt sein. Sehr platte, nadelige oder außergewöhnlich große Partikel können das Läppbild verschlechtern. Die einschlägigen Normen grenzen dabei nur die Korngrößen, nicht die Kornform ein.

Friabilität: Das Korn sollte sich während des Läppens vorhersehbar verhalten. Die Abrasive sollen ihre Schneidfähigkeit durch kontrollierten Mikrobruch erneuern und möglichst formstabil bleiben. Unkontrollierter Zerfall erzeugt dagegen Feinanteile und vermindert die Abtragsleistung. Besonders auffällig wird der Effekt bei der Unterscheidung zwischen mono- und polykristallinem Diamant.

Klassifizierung und Dokumentation: FEPA-Konformität bei klassischen Körnungen beziehungsweise sauber spezifizierte µm-Verteilungen bei Mikropulvern sind ein gutes Fundament. Bei hochwertigen Qualitäten gehören nachvollziehbare Spezifikationen, Chargenkontrolle und gegebenenfalls Prüfzeugnisse dazu.

Damit Du all diese Merkmale nicht ständig selbst ermitteln und überwachen musst, gibt es die LÄPPWERK Quality Siegel.
Wir vertrauen nicht blind auf einen einzelnen Hersteller und dessen Prozess, sondern klassifizieren laufend anhand tatsächlicher Chargenkontrollen. Fällt eine Charge negativ auf, erhält sie eine niedrigere Kategorisierung oder wird im Extremfall gänzlich gesperrt.

Das System ist denkbar einfach:
LÄPPWERK RED: Normgerechte Körnung und definierte Mindestqualität, aber keine besonders engen zusätzlichen Toleranzen.
LÄPPWERK BLUE: Der Industriestandard. Verlässliche, reproduzierbare Kornverteilung und kontrollierte Reinheit.
LÄPPWERK WHITE: Engere Kornverteilung und besonders geringe Grobanteile, bessere Kornformselektion, Chargenrückverfolgbarkeit und höhere Chargenkonstanz.
LÄPPWERK BLACK: Besonders enge Kornverteilung, streng begrenztes Überkorn, definierte Kornmorphologie, hohe Reinheit, Chargenrückverfolgbarkeit und dokumentierte Prüfwerte.

Woher weiß ich, welches Korn ich verwenden muss?

Die Auswahl des richtigen Abrasiv richtet sich primär nach dem Material, welches Du bearbeiten möchtest.

Siliziumcarbid ist sehr universell einsetzbar und eignet sich gut für Stahl, Gusseisen und gehärtete Werkstoffe. Auf weichen Werkstoffen kann es jedoch Kratzer hinterlassen und an extrem harten Materialien wirst Du keine ausreichende Abtragsleistung erreichen.

Aluminiumoxid funktioniert gut für die Bearbeitung weicher Metalle, wie z.B. Aluminium, Messing und Kupfer.

Für die mechanische Bearbeitung besonders harter Materialien, wie z.B. Wolframcarbid, Titan oder gehärtete Stähle empfiehlt sich der Einsatz von Borcarbid. Es ist ähnlich hart wie Diamant, jedoch etwas günstiger in der Beschaffung und erzielt ähnlich hohe Abtragsraten.

Hochpräzise klassierte Diamantpulver bieten den Vorteil gleichzeitig Abtrag und hohe Oberflächengüten zu erreichen, die Verfügbarkeit sehr feiner Körnungen ist generell besser. Für die Bearbeitung von Stahl ist Diamant nur eingeschränkt geeignet, da Eisen bei höheren Temperaturen Graphitisierung und Kohlenstoffdiffusion begünstigt. Prädestiniert ist es z.B. für das Bearbeiten von Keramiken und Saphir.
Bei der Verwendung von Diamant als Läppkorn besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich das lose Abrasiv in der Läppscheibe einbettet und eine kurzfristige Zweikörperabrasion entsteht.

Tipp: Auf den LÄPPWERK-Produktseiten findest Du Empfehlungen, für welche Materialien das jeweilige Korn geeignet sind und welche Abtragsraten und Oberflächengüten Du erwarten kannst.

Welche Korngröße benötige ich?

Der Ausgangszustand Deiner Werkstücke entscheidet über die geeignete Korngröße. Ein häufiger Fehler ist, die Korngröße nur anhand der gewünschten Oberflächengüte zu wählen. Zu Beginn solltest Du den gewünschten Materialabtrag bzw. Dein Aufmaß kennen, bestenfalls kannst Du es aktiv beeinflussen. Auch Deine Oberfläche ist entscheidend, je besser die Ebenheit und Oberflächengüte, desto feiner darf Dein Läppkorn zu Beginn sein. Idealerweise stellst Du Deine Vorbearbeitung direkt auf einen einstufigen Läppprozess ein.
Als Faustregel gilt: das gleiche Korn erzeugt auf hartem Material eine bessere Oberflächengüte als auf weichem Material.

Die Kornauswahl bei Diamant erscheint recht simpel, das Pulver wird in Mikrometerbereichen, wie z.B. 3-6 µm angegeben.
Im Regelfall wirst Du aber auf die FEPA-F Norm stoßen. Beide Angaben lassen eine relativ flexible Korngrößenverteilung zu, die Details erfährst Du nur mittels Blick in das Analyseprotokoll der jeweiligen Charge.
Bei der FEPA-Norm gilt, je größer die Zahl desto feiner das Korn. Für das Planläppen sind F400 bis F1200 relevant. F400 verspricht im Median 17,3 µm aber lässt bis zu 32 µm zu. FEPA F1200 entspricht einer Mediankorngröße von 7,6 µm.

Tipp: Für viele Anwendungen ist die charakteristische Oberflächenstruktur nach dem Läppen entscheidender, als die messbare Oberflächengüte.

Wie viel Läppkorn muss ich verwenden?

150 bis 250g je Liter Läppflüssigkeit.
Erfrischend präzise und dennoch recht vage. Zu wenig Korn macht sich u.a. durch mangelnde Abtragsrate bemerkbar. Zu viel Korn führt zu erhöhten Prozesskosten und kann Kantenverrundung am Werkstück begünstigen.
Da sich die Kornarten in vielerlei Hinsicht unterscheiden, ist eine allzu pauschale Angabe wenig sinnvoll. Tendenziell kannst Du bei gröberem Korn eine geringere und bei feinerem Korn eine höhere Volumenkonzentration ansetzen. Mit Borcarbid kannst Du sparsamer sein, mit Aluminiumoxid solltest Du nicht geizen.

Auch hier gilt wieder eine Sonderregelung für Diamant. Zugleich der simple Grund, weshalb Diamantläppmittel vorzugsweise als fertige Suspension gekauft wird: das Pulver ist teuer. So teuer, dass es präzise und fertig dosiert als Suspension am Markt dominiert.
In Deiner Läppsuspension sind vermutlich 25 bis 100 ct Diamant je Liter enthalten, also 5 bis 20 Gramm. Üblicherweise getarnt als "niedrig-", "mittel-" und "hochkonzentriert". Mehr noch als beim herkömmlichen Läppkorn hat die Dosierung entscheidenden Einfluss auf das Verhältnis zwischen Abtragsrate und Prozesskosten.

Tipp: Unverbindliche Dosiervorschläge findest Du auf den LÄPPWERK-Produktseiten.

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